Lärm

Kaum ein Umwelteinfluss stört uns so sehr wie Lärm: Der Presslufthammer auf einer Baustelle, Straßenlärm oder die permanente Geräuschkulisse in einem Großraumbüro. Oft unterschätzt wird aber jener Lärm, dem sich vor allem junge Menschen oftmals freiwillig aussetzen. Eltern sollten öfter hinhören, wie laut zum Beispiel die Musik vom MP3-Player ihrer Kinder tönt. Denn zu hohe Dezibelzahlen können langfristig dem Hörvermögen schaden. Bei einer lärmbedingten Hörschwellenverschiebung helfen moderne Hörsysteme, die akustische Wahrnehmungsfähigkeit wieder zu optimieren.

Manchmal haben wir einfach zu viel um die Ohren

Das Gehör - Lärm

Das Wort Lärm leitet sich von Alarm ab – einer Kurzform des italienischen Schlachtrufs: All´arme! Auf Deutsch: Zu den Waffen! Gemeint war früher das bedrohliche Geschrei im beginnenden Kampfgetümmel. Heute jedoch steht Lärm für jede Art von akustischer Belästigung.

Tatsächlich stört uns heute kaum ein Umwelteinfluss so sehr wie Lärm. Umfragen zufolge fühlen sich in Deutschland knapp 70 Prozent der Bevölkerung zumindest zeitweilig von Lärm belästigt. Doch auch wenn wir uns nicht gestört fühlen, ist Vorsicht bei zu hoher Lautstärke geboten. Auf Tanzflächen etwa tönt die Musik mit Durchschnittswerten von 90 bis 105 Dezibel. Bei einer Opernaufführung misst man im Orchestergraben zwischen 80 und 100 Dezibel, während der Pegel bei Rockkonzerten auf bis zu 115 Dezibel steigt. Eindeutig jenseits der Schmerzgrenze liegen die 120 Dezibel und mehr in mancher Techno-Disco.

Das Heimtückische daran: Probleme mit dem Hören werden selten sofort spürbar. Oft tritt die Minderung der Schallempfindung schleichend und unbemerkt ein. Gefährlich ist anhaltender Lärm für die hochsensiblen Haarzellen im Innenohr des Menschen, die den Schall in Nervenimpulse umwandeln. Einen guten Anhaltspunkt bieten hier Lärmschutzvorgaben aus der Arbeitswelt: Bei einem mittleren Dauerpegel ab 85 Dezibel, wie etwa an einer Fräsmaschine, ist dort ein Gehörschutz vorgeschrieben.

Der Geräuschpegel am eigenen Arbeitsplatz kann direkt selbst überprüft werden mithilfe der kostenlosen „Job Hör-Scan“ App. Egal ob mit Android oder iOS, die App kann einfach heruntergeladen werden und beinhaltet einen Geräuschpegelmesser, der Auskunft darüber gibt wie laut es gerade im Großraumbüro, in der Messehalle oder auch auf der Baustelle ist. Zudem kann das eigene Gehör mit der App spielerisch getestet werden. Anhand von klassischen Business-Situationen wie Telefonkonferenz oder Messegespräch können die Nutzer herausfinden, ob der Weg zum Hörgeräteakustiker ratsam ist.

Wenn die Geräuschkulisse zum Stressfaktor wird

Wo viele Menschen gemeinsam in einem Raum arbeiten, ist man meist einem hohen Geräuschpegel ausgesetzt. In Gruppen- und Großraumbüros zählt Lärm mittlerweile zu den zentralen Stressfaktoren. Viele Beschäftigte können sich bei zu hoher Geräuschkulisse nicht gut konzentrieren. Sie reagieren gereizt und fühlen sich müde und abgespannt. Gleichzeitig steigen in vielen Branchen die geistigen Anforderungen im Beruf, insbesondere an Computerarbeitsplätzen. Arbeitgeber sollten daher auch in akustischer Hinsicht auf eine ergonomisch gestaltete Arbeitsumgebung achten, um die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter zu verbessern.

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Frisierte Motorräder, quietschende Straßenbahnen, tief fliegende Flugzeuge – Verkehrslärm setzt die Lebensqualität vieler Menschen herab. Eine zu hohe Lärmbelastung kann laut wissenschaftlichen Studien auch ein Gesundheitsrisiko sein. Umso wichtiger sind zum Beispiel Schallschutzwände, die Wohnsiedlungen von Autobahnen oder ICE-Strecken akustisch isolieren. Verkehrslärm ist längst als ernstes Umweltproblem erkannt. Lärmschutzmaßnahmen sind deshalb ein zentraler Baustein in jedem nachhaltigen Verkehrskonzept.