Hörverlust bei Neugeborenen durch Infektion mit CMV

In Deutschland sind etwa 40 bis 70 Prozent der Bevölkerung mit dem Cytomegalovirus (CMV) infiziert, wobei die Infektionen meistens ohne Krankheitszeichen verlaufen. Folgen kann das Virus allerdings für Mütter haben, die sich vor oder während der Schwangerschaft erstmalig mit CMV infizieren. So hat eine belgische Studie ergeben, dass das Risiko für einen schweren Hörverlust des Kindes in diesem Fall um zehn Prozent steigt.

Damit ist das CMV die häufigste Ursache für nicht vererbte Schwerhörigkeit. Der Hörverlust kann entweder schon bei der Geburt vorhanden sein oder sich später entwickeln. Bei Kindern ohne CMV-Symptome ist nur eins von zehn von einer Schwerhörigkeit betroffen. Bei Kindern mit CMV-Symptomen ist es dagegen jedes dritte Kind, das meist auf beiden Ohren ein herabgesetztes Hörvermögen aufweist. Insgesamt sind jedoch weniger als ein Prozent der Neugeborenen davon betroffen.

Wie die Forschung zeigt, geben schwangere Frauen das Virus meistens an ihr ungeborenes Kind weiter. Das Virus bleibt nach der Infektion lebenslang im Körper und bislang gibt es keine Heilung. Umso wichtiger ist die Vorbeugung und die Durchführung von CMV-Tests vor und während der Schwangerschaft, um eventuelle Infektionen frühzeitig feststellen zu können.

Betroffenen Kindern helfen Hörgeräteakustiker je nach Grad der Schwerhörigkeit mit Hörsystemen oder Cochlea-Implantaten.

Weitere Informationen finden Sie bei der Organisation hear-it.