Hörvermögen der menschlichen Urahnen

Forscher der Birmingham University in New York haben bei der Untersuchung fossiler Gehörknöchelchen interessante Erkenntnisse gewonnen: Australopithecus africanus und Paranthropus robustus, besser bekannt als die vor zwei Millionen Jahren lebenden menschlichen Vorfahren, hatten in Teilen ein besseres Gehör als der moderne Mensch.

Während wir vor allem zwischen 2.000 und 5.000 Hertz gut hören, dem Frequenzbereich der menschlichen Sprache, war das Gehör unserer Vorfahren besonders sensibel im Bereich zwischen 1.500 und 3.000 Hertz. In diesem Abschnitt hörten die Hominien sogar besser als Menschenaffen und als die heutigen Menschen.

Damals war dieser Frequenzbereich besonders wichtig, denn Australopithecus und Paranthropus zogen vom Dschungel in die Savanne, wo Geräusche schneller geschluckt wurden. Kommunikation auf kurze Distanz war also wesentlich, weswegen vor allem hohe und komplexere Laute verstanden werden mussten. Die Forscher gehen deshalb außerdem davon aus, dass die Vormenschen bereits über mehr Laute verfügten als über „Aaah“ und „Uuuh“, denn vor allem stimmlose Konsonanten sind bei der Kommunikation über kurze Distanzen wichtig. Dennoch verfügten sie noch nicht über eine vollentwickelte menschliche Sprache.

Die Forschungsarbeit wurde in Science Advances 2015 veröffentlicht.