Das war der Tag des Hörens 2011

Tag des Hörens 2011

Der Tag des Hörens 2011

Die Themenkonferenz, moderiert von Anja Heyde, befasste sich unter anderem mit dem Beruf des Hörakustikers sowie dessen zentraler Dienstleistung bei der Hörversorgung. Salome von Niessen, Dozentin an der Akademie für Hörgeräte-Akustik in Lübeck, wies entsprechend in ihrem Impulsvortrag darauf hin, dass der Beruf des Hörakustikers aufgrund seiner Komplexität, dem notwendigen handwerklichen Geschick und dem Umgang mit verschiedenen Menschen ein ideales Betätigungsfeld sei, seine eigenen Stärken zu entdecken und einzubringen. „Die Berufsakademie in Lübeck hat bis heute über 10.000 Gesellen und mehr als 2.000 Meister ausgebildet. Dies spricht für die Zukunftsfähigkeit des Berufsstandes und die Attraktivität der Profession des Hörakustikers“, sagt Salome von Niessen.

Dr. Jens Appell, Abteilungsleiter der Projektgruppe Hör-, Sprach- und Audiotechnologie des Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie (IDMT), wiederum wies darauf hin, welche Technologien heute bereits zur Verfügung stehen, um Hörgeminderten den Alltag zu erleichtern, ohne ein Hörgerät zu verwenden. So referierte er über den Entwicklungsstand von Lösungen, die das Hören in bestimmten Situationen, beispielsweise beim Telefonieren oder beim Fernsehen, individuell unterstützen. „Die Einbindung von Hörgeräten in Consumer-Electronic-Umgebungen via Drahtlosanbindung ist bereits möglich, jedoch heute noch mit einigen Einschränkungen verbunden. Deshalb setzen wir bei Fraunhofer direkt auf Lösungen für spezifische Anwendungen, um Menschen zu helfen, deren Hörminderung zwar wahrnehmbar jedoch noch nicht zu stark ausgeprägt ist“, erklärt Dr. Jens Appell.

In der abschließenden Podiumsdiskussion waren sich die Diskutanten Salome von Niessen, Dr. Jens Appell und Hans-Peter Bursig einig, dass der Hörsinn als Thema generell ein Nischendasein fristet und sich dies in den kommenden Jahren ändern soll. Entsprechend könnte der „Tag des Hörens“ künftig beispielsweise um Projekttage an Schulen erweitert werden. „Kinder und Jugendliche sind wichtige Multiplikatoren, um Eltern und Großeltern mit unserer Botschaft zu erreichen. Hören weist zahlreiche Schnittmengen mit Schulfächern aus dem technischen sowie naturwissenschaftlichen und geisteswissenschaftlichen Umfeld auf, sodass eine Anknüpfung hier vergleichsweise leicht fällt“, meint Hans-Peter Bursig. Darüber hinaus sei es ebenfalls denkbar, dass eines Tages auch im Fernsehen mehr Menschen als Nutzer von Hörsystemen erkennbar seien. „In meinem Beruf habe ich festgestellt, dass es meist den größten persönlichen Erfolg verspricht Menschen mit Hörschädigung auch auf eine emotionale Ebene anzusprechen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass die Ansprache von Betroffenen bis zum nächsten ‚Tag des Hörens‘ auf eine noch breitere Basis gestellt wird“, sagt Salome von Niessen.

 

Warum einen „Tag des Hörens“?

Mit dem „Tag des Hörens“ unter der Schirmherrschaft von Bundesgesundheits-Minister Daniel Bahr will der Bundesverband der Hörgeräte-Industrie ein Zeichen setzen und unsere Gesellschaft für das Thema Hörminderung sensibilisieren. Dies wollen wir erreichen, indem wir auf die Bedeutung von gutem Hörvermögen, Ursachen von Hörminderungen und die Situation hörgeminderter Menschen hinweisen.

Generell geht es beim „Tag des Hörens“ darum aufzuzeigen, wie erfolgreich moderne Hörsysteme bei einer Hörminderung helfen. Darüber hinaus wollen wir auch zeigen, dass der Umgang mit dem eigenen Hörsinn Spaß machen kann. Hörsysteme werden nach wie vor oft lediglich als unbeliebtes Hilfsmittel angesehen, doch sind aktuelle Modelle auf dem neusten Stand der Technik und steigern die Lebensqualität der Nutzer enorm. Brillen sind heutzutage nicht nur Sehhilfe, sondern auch modisches Accessoire. Hörsysteme besitzen dieses Image nicht. Deshalb wollen wir darauf hinweisen, dass Hörsysteme hervorragende Technik bieten und gleichzeitig die Lebensqualität der Träger erhöhen. Der Aktionstag soll daher helfen, Vorurteile gegenüber Hörsystemen abzubauen.

 

Unser Model

Auf der IFA 2011 hatten wir zu unserem großen „Give Hearing Your Face“-Contest aufgerufen. Über 200 Messebesucher sind unserer Einladung gefolgt und haben sich an unserem Stand fotografieren lassen.

So wie Du und ich

Der „Tag des Hörens 2011“ soll einen Ansatzpunkt bieten, Hören, Hörminderung und Hörtechnologie ein im wahrsten Sinne stärkeres Gehör zu verschaffen. Optimal unterstützt wird ein solch ernsthaftes Anliegen in der Regel mit einem Gesicht, das die Thematik in der Öffentlichkeit repräsentiert. Mit diesem Gesicht verbindet man die verschiedenen Fragestellungen rund um ein Thema: Lebensfreude, Humor, Seriosität, Know-how und unter Umständen auch Kontroverse. Für den „Tag des Hörens“ hat sich der Bundesverband für eine Person entschieden, die ein Mensch wie Du und ich ist. Gesucht und gefunden wurde diese auf der IFA in Berlin. Hier veranstaltete der Bundesverband das Fotoshooting zum Wettbewerb „Give Hearing Your Face“, um das Gesicht für den Tag des Hörens zu finden. Isabella Kern stand im Wettbewerb mit über 200 anderen Messebesuchern und hat sich am Ende durchgesetzt. Sie wurde von einer hochkarätigen Fotojury bestehend aus Bernd Müller (Fotograf), Michael Hüttinger (Stellvertretender Chefredakteur der Chip Foto-Video), sowie Cora und Georg Banek (Dozenten für Fotografie) ausgewählt. Ihr Konterfei wird künftig alle Dialogmaterialien wie Plakate zum „Tag des Hörens“ zieren. Die junge Frau freut sich bereits auf ihre Aufgabe: „Es ehrt mich sehr, das Gesicht für den „Tag des Hörens“ zu sein. Auf der IFA hatte ich erstmals Gelegenheit, mich ausführlich mit dem Thema Hören und Hörtechnologie auseinanderzusetzen. Durch meine neue Aufgabe hoffe ich, mehr Leute von der Relevanz des Hörsinns im Alltag überzeugen zu können“, sagt Isabella Kern.

Auf dem Fotoshooting in Frankfurt waren wir mit unserer Kamera live dabei und haben die Eindrücke in einem Video zusammen gestellt: