Wearables – Volle Vernetzung voraus

Wearables wie die Smart Watch von Samsung oder die Google Glass Brille sind vor allem vor dem Hintergrund der anstehenden IFA (Internationale Funkausstellung) im Gespräch. Wie kleine Computer können sie beispielsweise als Uhr am Handgelenk getragen werden und bieten Sonderfunktionen wie Pulsmessung oder die Möglichkeit, über das Smartphone zu telefonieren. Auch moderne Hörsysteme stellen solche Funktionen zur Verfügung.

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Als Wearables gelten technische Geräte, die direkt am Körper getragen werden und meistens mit Sensoren und Displays ausgestattet sind. Die bekanntesten Geräte sind die Smart Watch von Samsung und die Google Glass Brille, doch auch Hörsysteme fallen in die Kategorie der Wearables: Die modernen Hörsysteme verfügen über die technische Möglichkeit, sich mit anderen Geräten zu vernetzen, sei es mit einem Telefon oder Fernseher, und werden direkt am Körper getragen. Mit diesen Funktionen sind sie im Alltag kleine starke Helfer, mit denen die Lebensqualität von Menschen, die nicht mehr optimal hören, deutlich verbessert wird. Diese Features gehen damit weit über die primäre Funktion von Hörsystemen hinaus, nämlich die Angleichung des Hörvermögens. Neben Störgeräuschunterdrückung, Lautstärkeregelung und integriertem Mikrofon verfügen die Systeme über Anbindung an elektronische Geräte, so genannte Consumer Electronics, via Wireless-Technologien. Damit wird die Lebensqualität nicht nur in alltäglichen Situationen gesteigert, sondern es werden auch neue Anwendungsszenarien geschaffen. Technisch funktioniert das folgendermaßen:

In den Hörsystemen ist eine Empfangseinheit integriert, die Signale annehmen und weitersenden kann. Das funktioniert mit der so genannten Near Field Magnetic Induction Technology (NFMI) in Kombination mit Bluetooth. NFMI-Systeme funktioniert über eine Übertragungsenergie, die über eine Schnittstelle Signale von einem Fernseher an das Hörsystem überträgt. Solche Schnittstellen können Streamer (eine Art Fernbedienung) sein, die am Körper getragen werden. Der Vorteil dieser Technologie liegt in der einfachen Implementierung und langen Batterielebensdauer. Bis zu fünf Endgeräte können hier parallel mit den Hörsystemen verbunden sein. So können die Audiosignale von Handy, Festnetztelefon, MP3-Player, Fernseher und einem Zusatzmikrofon über einen Streamer gehört werden. Nachteil ist jedoch die Notwendigkeit von Zusatzgeräten wie dem Streamer. Einige Hersteller verwenden auch Funk-Technologie. Im Gegensatz zur NFMI-Technologie wird bei der Übertragung via Funk das Signal direkt in das Hörsystem vermittelt und benötigt somit kein Zusatzgerät mehr. Jedoch erfordert diese Technologie einen höheren Batterieverbrauch und die notwendige Konfiguration der Endgeräte wie Fernseher oder Smartphone, die mit dem Hörsystem kompatibel sein müssen.

Mit diesen beiden Technologien haben Anwender die Möglichkeit je nach Vorliebe zu entscheiden, ob sie lieber eine Übertragung mit einem Zusatzgerät wie einem Streamer nutzen, oder ob sie die Direktübertragung via Funk bevorzugen. Beide Wireless-Technologien sorgen dafür, dass Hörsysteme winzige High-Tech Computer sind, die eine direkte und schnelle Verbindungen zu Fernsehern, Computern, MP3-Playern und Smartphones herstellen können und über größere Entfernung störungsfrei Signale übertragen. Die Hörsysteme können auch untereinander kommunizieren und sind damit nicht mehr nur passive Geräte, sondern agieren auch aktiv.

Problemlos Musik hören, Filme schauen oder telefonieren und das entweder mit einem unauffälligen Hörsystem oder auch gerne mit einem stylischen Hingucker – all das ermöglichen moderne Hörsysteme und gehören damit ganz klar in die Kategorie der Wearables.